Edelsteine : Kurzbeschreibung, Synonyme, Varietäten

Beryll

Chem. Be3Al2Si6O18, (Beryllium, Aluminium, Silicium, Sauerstoff) ist eines der Erzmineralien, welches zur Gewinnung von Beryllium dient. Bei guter Qualität als durchsichtiger, harter Edelstein (Mohshärte 7,5 bis 8).
Varietäten:
Aquamarin, [lat. aqua marina Meerwasser], meergrün;
Goshenit, farblos;
Goldberyll (Heliodor), [gr. helios Sonne], zitronengelb bis goldgelb;
Morganit, rosa;
Roter Beryll, rot, seltenste Beryll-Varietät;
Smaragd, grün;
Brasil. Smaragd: svw → Turmalin;
Orientalischer Smaragd: svw → Grüner Saphir.
Beryll in seiner Varietät Smaragd ist einer der zwölf Edelsteine die in der Bibel, Ex 28, 1-43 Die Pristergewänder, erwähnt werden.
17 Besetze sie mit gefassten Edelsteinen in vier Reihen: die erste Reihe mit Rubin, Topas und Smaragd; 18 die zweite Reihe mit Karfunkel, Saphir und Jaspis; 19 die dritte Reihe mit Achat, Hyazinth und Amethyst; 20 die vierte Reihe mit Chrysolith, Karneol und Onyx;

Calcit

Chem. Calciumcarbonat, Ca[CO3]; weiches Mineral (Mohshärte 3), farblos oder von milchig weißer bis grauer Farbe.

Chalcedon

Varietät d. Minerals → Quarz; feinfasrig kristallisierte Kieselsäure; verschiedenste Färbungungen, oft gestreift; Hauptbestandteil vieler Halbedelsteine:
Achat, fast alle Farben, immer gestreift;
Chrysopras, [gr. chrysos Gold und prason Lauch], grün;
Heliotrop (Blutjaspis), grün mit roten Einsprenkelungen;
Holzstein (versteinertes Holz), braun;
Jaspis, rot, gelb, braun;
Karneol (Sarder), rot einfarbig, gestreift oder gefleckt, gelb
Onyx, schwarz;
Tigerauge, goldbraun.

Chrysoberyll

Chem. BeAl2O4; nach → Diamant und → Korund der härteste Edelstein (Mohshärte 8,5); durch Spuren von Chrom und Eisen goldgelb, grüngelb oder bräunlich gefärbt.
Varietäten:
Alexandrit, [nach Zar Alexander II. (1818-1881)], seltener wertvoller Edelstein; besitzt die Eigenschaft des Pleochroismus (Farbwechsel).
Durch seinen Farbwechsel bedingt (später als Alexandrit-Effekt bezeichnet), im Tageslicht grün und im Kunstlicht (damals Kerzen) rot zu erscheinen, wurde der Alexandrit gleichzeitig der Nationalstein des zaristischen Russland, dessen Nationalflagge grün und rot als Hauptfarben hatte. [1]
Chrysoberyll-Katzenauge, die silbrig weiße Chatoyance (wogender schimmernder Lichtstreifen) erinnert an das Schlitzauge einer Katze.

Chrysokoll (Kieselkupfer, Kieselmalachit, Kupferkiesel, Kupfergrün, Berggrün)

Chem. Kupfersilikat; blaugrüner Schmuckstein.

Diamant

Reiner kristallisierter Kohlenstoff, C; härtester (Mohshärte 10), wervollster Edelstein.

Galenit (Bleiglanz)

Chem. Blei und Schwefel, PbS; wichtiges Bleierz; entwickelt oft Kristalle von vollkommener Würfelform.

Granat

Hauptsächlich aus Kieselsäure bestehehendes, kristallines, hartes Mineral (Mohshärte 6,5 bis 7,5) wechselnder Zusammensetzung.
Varietäten:
Almandin (Edler Granat), [nach dem Fundort Alabanda in Kleinasien], rot;
Karfunkel, Art Edelstein, roter Granat;
Topazolith, gelb.

Hämatit (Blutstein, Eisenglanz, Roteisenstein)

Chem. Eisenoxit, Fe2O3; Färbung grau bis schwarz, rotbraun; verhüttet, auch zu Farben; beliebter Schmuckstein, der nach der Politur durch seinen starken Metallglanz auffällt.

Jade

Hartes, zähes, meist grünes Mineral; zu Schmuck; früher zu Steinbeilen.
Jadeit
Nephrit
Chloromelanit

Korund

Chem. Aluminiumoxid, Al2O3; sehr hartes Mineral (Mohshärte 9); gemeiner Korund für Schmirgel, edler Korund, durch Spuren von Chrom- und Eisenvebindungen gefärbt: Saphir (blau), Rubin (rot).
Varietäten:
Rosa Saphir
Leukosaphir, [gr. leukos weiß]
Grüner Saphir

Lapislazuli (Lasurstein)

[lat. lapis Stein], Mineralgemisch aus Calcit, Lasurit, Diopsid u. a. m.); blauer undurchsichtiger Schmuckstein; früher durch Pulvern auch als Farbpigment für Ultramarin.

Lepidolith

[gr. lepidion schuppig und lithos Stein], weiß-grau-violett und durch Spuren von Mangan rosa gefärbt; eher selten vorkommendes Mischkristall; Glimmer-Varietät.

Magnetit (Magneteisenstein)

Chem. Eisenoxit, Fe3O4; von graubrauner bis schwarzer, metallisch glänzender Farbe.

Malachit

Grünes Mineral, basisch-kohlensaures Kupfer; Verhüttung auf Kupfer; dichte Varietäten als Schmuckstein.

Marmor

Kleinkristallines Gestein, durch Metamorphose aus Kalkstein entstanden; rein weiß auf Paros, in Carrera auch rot, schwarz und geädert; mannigfache Verwendung in Baukunst u. Bildhauerei.

Meteorite

Bruchstücke von Meteoren, die die Erdoberfläche erreicht haben.
Eisenmeteroit, (Nickel, Eisen, Kobalt).
Glasmeteroit (Tektit), [gr. tektos geschmolzen], schwarz; glasartige Gebilde in geologisch jungen Schichten (er. vulkan. od. Meteoritengestein).
Wie Obsidian wurden auch Tektite bereits vor mehreren Jahrtausenden für Gebrauchsgegenstände, als Schmuck und für kultische Zwecke verwendet. [2]
Varietäten:
Moldavit, olivgrün.
Steinmeteroit (Chondrit), aus kristall. Gestein (Kieselsäure, Magnesia usw.)

Mondstein (Adular)

Reinste Varietät des Feldspats (Orthoklas).

Obsidian

Natürlicher Glasstein, erstarrte saure Lava, meist dunkel.

Olivin (Chrysolith, Peridot)

[lat. oliva Olive], chem. Eisenmagnesiumsilikat, grün schimmerndes Mineral; mannigfache Verwendung als Industriemineral; als Schmuckstein unter dem Namen Peridot und Chrysolith bekannt.
Peridot ist in Ägypten seit der 18. Dynastie (1536-1308 v.Chr), dem Neuen Reich der großen Pharaonen von Echnaton und Tutenchamun bis Ramses, durch Funde belegt. [3]

Opal

Sprödes, glasartiges Mineral, oft von prächtigem Farbenspiel (opaliesierend); chem. ist Opal wasserhaltige, nicht kristalline Kieselsäure.
Viele Varietäten, z.B.
Schwarzer Opal, dunkel;
Weißer Opal, wasserhell;
Feueropal, rot.

Pyrit (Schwefelkies)

[gr. pyr Feuer], mineralisches Schwefeleisen, FeS2; metallisch glänzende, goldgelbe Kristalle.

Quarz

Häufiges, hartes Mineral (Mohshärte 7). Chem. ist Q. reine Kieselsäure, SiO2.
Bergkristall, reinste Quarz-Art, durchsichtig, farblos; durch Spuren von Schwermetallen gefärbt bildet Quarz viele Edel- u. Halbedelsteine:
Amethyst, [gr. vern. a- und methyein trunken sein], der violette Amethyst wurde früher als Schutzmittel gegen Trunkenheit angesehen.
Citrin, gelb;
Aventurin, mit Glimmer untermengter goldflimmeriger Quarz: grün, blau, rot-braun;
Rosenquarz, hellrosa, milchig-trüb bis durchscheinend.

Rhodochrosit (Himbeerspat, Inkarose, Manganspat, Rosenspat)

Chem. Mangancarbonat, Mn[CO3]; durchscheinendes, weiches Mineral (Mohshärte 3,5 bis 4,5) in Farbtönen rosa, rot, pink, braun bis weiß, bei weißer Strichfarbe.

Rhodonit (Pajsbergit)

Durchsichtiges Mischkristall in Farbtönen rosa bis bräunlich rot, schwarz, gelb.

Serpentin (Schlangenstein, Orphit)

[lat. serpens Schlange]; chem. Magnesiumsilikatstein; auch Muttergestein für Asbest. Serpentin ist meist grün und schlangenartig gefleckt; historische Verwendung in Kunsthandwerk u. Baukunst. Ähnliche Optik wie geäderter → Marmor.

Skapolith

Mischkristall, fluoreszierend in UV-Licht; Färbung je nach Fundort farblos, gelb, violett, goldbraun, grau.

Sodalith

Blauer Schmuckstein aus der Mineralgruppe der Foiden; ähnliche Optik wie → Lapislazuli.

Spinell

Chem. Tonerde u. Magnesium; oft durch Schwermetallspuren rot, blau, grün, schwarz gefärbt; die roten durchsichtigen Varietäten sind wertvolle Edelsteine.

Spodumen

Eher selten vorkommendes Lithium-Mineral; durchsichtig, farblos.
Varietäten:
Hiddenit, durch Chrom-Beimengung grün gefärbte Varietät von Spodumen. Ähnliche Optik wie → Goldberyll.
Kunzit, durch Mangan-Beimengung rosa-lila gefärbte Varietät von Spodumen. Ähnliche Optik wie → Rosa Saphir, → Topas, → Morganit, → Amethyst, → Rosenquarz.
Triphan, farblos bis gelblich.

Sugilith

Violetter bis rötlich violetter durchsichtiger bis durchscheinender Edelstein; nach dem japanischen Geologen Ken-ichi Sugi benannt, er entdeckte ihn 1944.

Topas

Chem. Aluminiumsilikat u. -fluorid; durchsichtiger Edelstein von variabler Farbe, oft aber hellgelb bis gelbbraun, blau, violett, rot oder farblos bei weißer Strichfarbe.

Türkis

Erstmals aus der Türkei gekommen, undurchsichtiges blassblaues bis grünes Mineral, durch Eisen od. Kupfer gefärbtes Aluminiumphosphat; himmelblaue Varietäten als Edelsteine.

Turmalin

Mineral (Silikat), farblos; farbige Varietäten sind wertvolle Edelsteine. Turmalin polarisiert durchgehendes Licht.
Der DFB-Pokal ist neben → Bergkristall und → Nephrit mit 12 grünen Turmalinen dekoriert. Die Deutsche Meisterschale ist ebenfalls mit Turmalinen bestückt: elf großen und elf kleinen. [4]

Vanadinit

Eher selten vorkommendes weiches Mineral (Mohshärte 3); bezugnehmend auf seinen Vandium-Gehalt benannt; Kristalle in gelb, orange, rot, braun.

Zirkon

Chem. Zirkonium-Silikat, hartes Mineral (Mohshärte 6,5 bis 7,5); farblos bis bläulich.
Exemplare, die aufgrund ihrer Größe und Reinheit Edelsteinqualität zeigen, sind ein beliebter Ersatz für Diamanten.[ 5]
Varietäten:
Hyazinth, gelbrot.

Zoisit (Saualpit)

[nach Sigmund Baron von Zois (1747-1819)], chem. Aluminium, Calcium, Silicium, Sauerstoff, Wasserstoff; harter Edelstein (Mohshärte 7).
Varietäten:
Tansanit, wurde 1967 in Tansania entdeckt; blaue Edel- und Schmuckstein-Varietät von Zoisit.
Bekannt wurde der Stein erst durch den New Yorker Juwelier Tiffany. [6]
Thulit (Rosaline), rosafarbene Varietät des Gruppensilikats Zoisit.

Organische Stoffe

Bernstein

Versteinertes Harz von Nadelbäumen des Tertiärs; oft undurchsichtig, Farbtöne von gelb bis braun.

Elfenbein

Stoßzähne der Elefanten und Walrosse.

Fossilien

Versteinerungen und sonstige Tier- und Pflanzenreste vergangener erdgeschichtlicher Zeitalter.

Koralle

Skelette der Korallentiere; Edelkoralle in Farbtönen von rot bis rosa.

Perlen

Perlmuttergebilde, die von den Perlmuscheln um eingedrungene Fremdstoffe oder Schmarotzer abgeschieden werden; harte runde oder eiförmige Gebilde; auch gezüchtet (Japan).

Perlmutt

Innenschicht vieler Weichtierschalen mit irisierendem Glanz.
Zusammengefasst von
JAD
,

Quellen

Internet:
[1] http://www.mineralienatlas.de
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Tektit
[3] http://www.mineralienatlas.de
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Turmalingruppe
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkon
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Tansanit
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
Mineralienatlas - Fossilienatlas

Nachschlagebücher:
Knaurs Lexikon a-z, Droemer Knaur 1981
Richard Pekrun DAS DEUTSCHE WORT, 12. Auflage, Gondrom Verlag Bayreuth
DER GROSSE DUDEN Band 5, Bibliographisches Institut Mannheim/Wien/Zürich, 2. Auflage, Dudenverlag